Aus aktuellem Anlass: Eine verlorene Kampagne ist …

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Mein Engagement als Kampagnen-Leiter bei den Hamburger Schulreformbefürwortern, den Schulverbesserern, ist beendet und das Ergebnis eindeutig: Hamburgs Wähler lehnen sechs Jahre gemeinsames Lernen in einer sogenannten Primarschule ab. Damit ist die Kampagne verloren. Kann man aus einer verlorenen Kammpagne etwas lernen? Aber ja – jede Menge. Aber dazu ist es noch zu früh. Jetzt gilt es erstmal die Wunden zu lecken und Mut zu machen. Dafür gibt es durchaus Gründe.

Eine kleine Geschichte:
Mitte der Achtziger Jahre erschienen in der Weltpresse immer häufiger Berichte, nach denen giftige Abfälle aus reichen Industrienationen in arme Länder der sogenannten Dritten Welt exportiert wurden. Bereits 1986 wurden 163 Millionen Tonnen Müll exportiert. Die Umweltschutz-Organisation Greenpeace, zu der ich damals gestoßen bin, begann einzelne Fälle aufzudecken: Über mit Giftmüll beladene Geisterschiffe, die auf den Meeren dümpelten und keinen Hafen mehr anlaufen durften. Oder über nigerianische Hinterhöfe voller Giftmüll-Fässern aus Europa.

1989 wurde die “Basler Konvention zur Regelung des internationalen Handel mit toxischen Abfällen” ins Leben gerufen. Das von uns geforderte Exportverbot für Giftmüll aus reichen Industrienation in ärmere Länder kam nicht zustande. Es wurden lediglich ein paar leicht zu umgehende Regularien beschlossen. Zu den großen Verhinderern gehörten ausgerechnet die beiden deutschen Staaten DDR und BRD, die ihren “innerdeutschen” Handel ungehindert weiter betreiben wollten.

Wir änderten unsere Strategie. Mit großem Recherche-Aufwand gelang es einen Giftmüllskandal nach dem anderen aufzudecken. Das Thema beherrschte schon nach ein paar Monaten die Medien. Der Mauerfall brachte immer wieder neue Fälle ans Licht. Gleichzeitig verstärkte Greenpeace die Lobbyarbeit in den betrofffenen Ländern – und war erfolgreich. Ein Land nach dem anderen erließ ein Importverbot für Giftmüll, regionale Konventionen wie die von Bamako oder Cartagena nahmen die Importverbote in ihre Verträge auf. Schon 1992 haben 88 Staaten ein generelles Importverbot für Giftmüll verhängt. Im März 1994 kam der große Erfolg. Nach mehrfach erfolglosen Versuchen beschließen die Mitglieder des Basler Übereinkommens im Konsens ein generelles Exportverbot für Giftmüll aus dem Gebiet der OECD-Mitgliedssaaten in das Gebiet der Nicht-Mitglieder. Es dauerte noch einige Jahre bis der Beschluss welteit in geltendes Recht umgesetzt war. Das Übereinkommen hat bis heute Bestand.

Der verlorene Volksentscheid um die Primarschule könnte auch der Anfang einer Erfolgsgeschichte werden …

Im Jahr des Tigers

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Als Nachtrag zu meinem Beitrag von neulich über die Jahrestage und der Kür des Schönbärs zum Schmetterling des Jahres sei hier noch ein Artikel über “Das Ding des Jahres” aus der WELT-Online vom 4. Januar erwähnt.

Neben dem “Ding des Jahres” haben wir auch ein “Jahr des Dings”. Das Jahr 2010 ist beispielweise nach dem chinesischen Kalender das Jahr des Tigers. Das ist doch ein gefundener Aufhänger für eine Artenschutz-Kampagne. Zumal die Vereinten Nationen dieses Jahr zum “International Year of Biodiversity” ausgerufen haben (neben dem Internationalen Jahr der Annäherung der Kulturen, das auch 2010 stattfindet). Eine Web-Site zum “Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt” hat die Internationale Naturschutz-Organisation IUCN als offizieller Partner mit “Countdown2010 eingerichtet.

Die Recherche über Ereignisse, Jubiläen und Veranstaltungen gehört zum Standart jeder Kampagnen-Planung. Viele Daten zu den jeweiligen Ereignissen finden sich auf den Seiten der Initiatoren und deren Mitveranstalter. Die Unesco veröffentlicht im Internet eine ganze Liste mit Jahrestagen, -Monaten und -Wochen der Gedenkanlässe der Vereinten Nationen.

Wie im letzten Beitrag “Klare Seite gegen Armut” erwähnt, haben die Mitglieder der Europäischen Union 2010 zum “Europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung” ausgerufen.

Für Klimaschutz-Kampaigner lohnt sich vielleicht bald ein Blick auf die Seiten des Wissenschaftsjahr 2010. Dieses steht nämlich unter dem Motto “Zukunft der Energie“. Die Wissenschaftsjahre sind eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und von Wissenschaft im Dialog. Zielgruppe sind vor allem junge Menschen. Noch ist die Web-Site allerdings etwas spärlich.

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