SMS Kampagnen – Teil 2

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Beispiel: Greenpeace Argentinien

Bei meinen Recherchen zum Thema SMS im Einsatz für Non-Profit-Kampagnen bin ich auf eine Studie der United Nations Foundation und der Vodafone Group Foundation gestoßen. Die Publikation enthält u.a. eine Fallbeschreibung des SMS-Einsatzes bei Greenpeace Argentinien, die ich hier zusammen gefasst wieder gebe:

Im Jahr 2007 stand in Argentinien ein Gesetz zum Schutz der Urwälder (La Ley de Bosques) zur Entscheidung an. In einer Kampage zur Unterstützung des Gesetzes hat Greenpeace Argentinien neben TV und Internet auch massiv auf das Mobiltelefon gesetzt. Die Greenpeace-Lobbykampagne basierte wesentlich auf einer umfangreichen Datenbank mit Untertützern. Über ein Formular auf der eigenen Web-Site, über direkte Kontakte in Fußgängerzonen und über E-Mails konnte Greenpeace eine beeindruckende Telefonliste von ca. 350.000 Mobiltelfonnutzern zusammenstellen.

Am Ende der Kampagne haben 1.5 Millionen Menschen die Petition zur Unterstützung des Urwaldgesetzes unterschrieben. Dabei wurde das Mobiltelefon auf verschiedene Arten für die Kampagne genutzt: Etwa 3.000 Unterschriften wurden beispielsweise direkt per SMS gesammelt. Eine besondere Unterstützer-Gruppe hatte Greenpeace die Erlaubnis erteilt, ihnen gezielt Nachrichten per SMS zu senden.

Es war nicht das erste mal, dass Greenpeace-Argentinien erfolgreich auf das Tool SMS gesetzt hatte. Bereits im Jahr 2005 stützen die argentinischen Umweltschützer eine Lobbby-Kampagne für ein Abfallgesetz, dem “Zero Waste Law”, wesentlich auf die Aktivierung ihrer Unterstützer über SMS-Nachrichten. Damit konnte Greenpeace Unterstützer punktgenau aktivieren um besipielsweise ihre jeweiligen Abgeordneten kurz vor kritischen Debatten anzurufen und diese aufzufordern das Gesetz zu unterstützen. Dies ist teilweise direkt aus den Meetings im Abgeordentenhaus heraus geschehen. Manch einen Abgeordenten erreichten so bis zu 300 Anrufe in einer Stunde. So etwas hat seine Wirkung nicht verfehlt. Das Gesetz hatte die Kammern erfolgreich passiert.

Trotz relativ geringer finanzieller Ressourcen konnte Greenpeace-Argentinien einige Erfolge, nicht zuletzt mit Hilfe des effektiven Tools SMS-Messaging verbuchen. Die Organisation setzt dabei auf ein eigenes “Inhouse-Team” für die Programmierung der entsprechenden Software um mit den Massen-SMS ungehen zu können. Dafür gaben die Greenpeacer ca. 1.000 € im Monat aus. Die Versendekosten konnten mit dem Telekom-Anbieter auf 5 Cent pro Message herunter gehandelt werden.

Die in der Studie beschrieben Kampagnen sind zwar schon 3-5 Jahre alt und die Entwicklung ist mit Twitter, Facebook, etc. rasant voran geschritten, aber dennoch ist das Mobiltelefon für viele Menschen das einzige Instrument um unterwegs in Kontakt mit Arbeitgeber, Kollegen, Familie und Freunden zu bleiben. Daher empfehle ich auch heute noch die Überlegung über das Tool SMS-Messaging und das Mobiltelefon in die Kampagnenplanung einzubeziehen. Greenpeace-Argentinien nutzt das Mobiltelefon auch heute noch für seine Kampagnen.

Der Campaiger

SMS Kampagnen – Teil 1

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Das Beispiel “Unterschriften für Mindestlohn”

Die Möglichkeiten per SMS zu Spenden wurden hier schon beschrieben. Jetzt folgt ein erster Bericht über weitere Einsatzmöglichkeiten der SMS-Dienste in einer Non-Profit-Kampagne.

Die Idee ist nicht neu. Bereits 2006 experimentierte die Vereinte Dienstleitungsgewerkschaft (Ver.di) mit SMS-Unterschriften. Die Gewerkschafts-Kampaigner suchten gezielt nach einer Möglichkeit konventionelle- und elektronische Medien zu verbinden.

Dazu wurde im Rahmen einer bereits bestehenden Kampagne zum Thema “Mindestlohn” der Gewerkschaften Ver.di und Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) die Web-Site mindestlohn.de entwickelt. Die primär als Online-Kampagne konzipierte Initiative für einen Mindestlohn sollte mit einem möglichst niedrigem Budget bundesweit bekannt gemacht werden und Menschen zum “mitmachen” motivieren. Klassische Werbung über TV und Radio oder flächendeckende Plakatierung über einen längeren Zeitraum hinweg lassen sich i.d.R. mit den für solche Kampagnen zur Verfügung stehenden Budgets nicht realisieren. Zudem würde eine Aufforderung eine Internet-Seite zu besuchen um an einer Aktion teil zu nehmen vermutlich verpuffen, da zwischen Aufruf und der Möglichkeit zu Handeln zu viel Zeit vergeht. Also wurde auf ein verbindendes Medium gesetzt, dass die Verbindung von Offline- zu Online-Kampagne herstellt: Das Mobiltelefon.

Im März 2006 wurden bundesweit für den Zeitraum von zehn Tagen an 4.000 Stellen Großplakate geschaltet. Darauf warben die Gewerkschaften für ihre Mindestlohn-Kampagne und forderten die Leser auf sogleich ihre Zustimmung per SMS kund zu tun. Die Aufforderung bestand darin eine SMS mit dem Stichwort “Mindestlohn”, dem Namen und dem Wohnort an eine Kurzwahlnummer zu senden. Als Anwort bekam der Versender eine automatisch generierte SMS zurück. Darin wurde der Eingang bestätigt und sich für die Unterstützung bedankt. Zudem enthielt die Nachricht den Hinweis darauf, dass der Name des Unterstützers demnächst unter der Internet-Adresse “www.mindestlohn.de” eingetragen wird.

Während des Zeitraums der Plakatierung gaben 7.500 Menschen per SMS ihre “Unterschrift”. Im weiteren Verlauf gingen innerhalb eines Jahres 14.055 SMS-Unterschriften ein. Zum Vergleich gaben im gleichen Zeitraum 11.435 Menschen ihre Zustimmung online auf der Internet-Seite und 117.628 Unterschriften wurden herkömmlich auf papiernen Unterschriften-Listen gesammelt.

Ver.di wertete die Aktion ob ihrer unerwarteten Akzeptanz als Erfolg. “Die Erfahrungen dieser SMS-Aktion zeigen zudem, dass der Transfer von einem Printmedium, hier dem Plakat, über das Moboltelefon per SMS-Abstimmung auf ein Online-Medium, die Homepage der Kampagne, funktioniert hat”, so ein ver.di-Vertreter. Auf Grund der positiven Ergebnisse wurde das Werkzeug auch in anderen Gewerkschafts-Kampagnen eingesetzt.  Beispielsweise in der Kampagne “Genug gespart” gegen weitere Sparmaßnahmen im Öffentlichen Dienst  oder in der IG-Metall-Kampagne “Leiharbeit fair gestalten“.

In Zeiten des iPhones kann man sich den Umweg über die SMS sicher bald sparen aber die Verbindung Aufmerksamkeit auf der Straße zur sofortigen Handlung bleibt interessant.

Ingo Bokermann, Online-Kampaigner

Umweltministerium sucht Umweltthema

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Online Beteiligungsverfahren des BMU:

Mit einer Videobotschaft hat Katharina Reiche, Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, das Online-Bürgerbeteiligungs-Portal Mitreden-U zur Debatte um die deutsche Nachhaltigkeits-Strategie eröffnet. Einen Monat lang, bis zum 17. März, können Bürgerinnen und Bürger auf dem Portal eigene Beiträge veröffentlichen oder andere kommentieren und bewerten. Die wichtigsten Themen sollen anschließend mit ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern, Vertretern von Verbänden und des Umweltministeriums weiter diskutiert werden. “Die Ergebnisse sollen in die Diskussion um die Themensetzung des Fortschrittsbericht 2012 zur deutschen Nachhaltigkeitsstrategie eingebracht werden”, so Frau Reiche in einer Presseerklärung.

Auf der Dialog-Seite heisst es: “In dem Fortschrittsbericht steht nicht nur, was die Bundesregierung auf dem Weg zu einem nachhaltigen Deutschland bisher erreicht hat, sondern auch in welchen Bereichen sie zukünftig besonders aktiv wird und welche konkreten Ziele sie erreichen möchte.” Moderiert wird der Dialog von der Agentur Zebralog, die mit Bürgerbeteiligungen erfahren ist und für Ihr Verfahren am Kölner Bürgerhaushalt mit dem zweiten Platz des „UN Public Service Award“ der Vereinigten Nationen ausgezeichnet wurde.

Um eine Kampagne geht es dabei eigentlich nicht, vielmehr das um Thema Bürgerbeteiligung im Online-Verfahren. Mit dieser Form der Bürgerbeteiligung betritt das Umweltministerium Neuland. Kampaigner und Lobbyisten werden sicher darauf achten, dass “ihr” Thema einen prominenten Platz bekommt. Der Naturschutzbund, NABU hat schon vor einigen Tagen auf das Verfahren hingewiesen.

Wer aktiviert die meiste Online-Beteiligung?

Facebook Nutzer fordern Einsatz erneuerbarer Energie:

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Green-IT Facebook-Kampagne bei Facebook

Vor einigen Tagen hat ein Nutzer die Facebook-Gruppe “We want Facebook to use clean energy, not coal” ins Leben gerufen. Die Gruppe wächst rasant und steht schon bei über  3.000 Mitgliedern.

Begonnen hat alles Ende Januar mit der Ankündigung von Facebook in Prineville, Oregon ein neues Rechenzentrum zu errichten. Bereits am 6.Februar stellt Treehugger auf seiner Internet-Seite die Frage, warum Facebook sein Rechen-Zentrum ausgerechnet an einem Ort errichten will, in dem Strom aus Kohlekraft gewonnen wird. In dem sonst an erneuerbaren Energien reichen Oregon hätte es doch andere Plätze gegeben. In Prineville freut man sich natürlich über den kleinen Aufschwung.

Treehugger ist ein Informations-Dienst, der sich der nachhaltigen Entwicklung widmet und regelmäßig über Themen der Nachhaltigkeit berichtet.

Das Beispiel zeigt, wie schnell sich eine Protest-Bewegung in Facebook formieren kann. Natürlich ist es ein Facebook-Thema und daher kein Wunder, dass gerade in diesem Netzwerk sich der erste Protest regt. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis das Thema auf andere Netzwerke oder Kampagnen-Plattformen überspringt.

Wir werden die Kampagne beobachten und berichten wenn es zur ersten Reaktion der Facebook-Betreiber kommt.

Kampagnen und Urheberrechte: “The White Stripes” gegen den Krieg

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Als bekennender Fan knackiger Gitarren-Klänge und ganz besonders des Streifens “It might get Loud” von Davis Guggenheim, musste ich unbedingt auf folgende Meldung im Spigel-Online klicken: “Soundtrack zum Kriegsdienst – US-Luftwaffe zieht White-Stripes-Spot zurück”.

Jack White ist neben Jimmy Page und The Egde einer der drei Gitarren-Protagonisten in der filmischen Huldigung an die E-Gitarre.

Anfang Februar hatte die US-Luftwaffe während der Übertragung der NFL Super Bowl einen Werbespot zur Rekrutierung von Soldaten ausgesstrahlt und in diesem den Sound von Meg und Jack White verwendet. An sich ist das nichts besonderes, hätte die Luftwaffe nicht vergessen die Urheber, nämlich die White-Geschwister um Erlaubnis zu fragen. Diese haben nun protestiert gegen die unerlaubte Verwendung ihrer Musik für einen Zweck, nämlich der Rekrutierung für einen Krieg, den sie nicht unterstützen.

Kein Problem für die Marketing-Experten der Luftwaffe. Der Spot wird zurückgezogen.

Urheberrechte werden leider alltäglich verletzt. Das geschieht unter Umständen auch für für einen “Guten Zweck”. Um zu verhindern, das außer der US-Luftwaffe beispielweise auch “Grüne Aktivisten” im Internet für eine Kampagne Urheberrechte verletzen, warnt Greenpeace auf der Kampagnen-Plattform  greenaction.de in dem aktuellen Beitrag “wichtige Infos zum Urheberrecht” vor der Verletzung.

Nicht unbedingt als Pazifist, aber als Fan von The White Stripes und dem Urheber-Recht unterstreiche ich dies hiermit fett, Ingo Bokermann.

Green IT Kampagne zeigt Erfolg

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Kürzlich konntet Ihr hier einen Beitrag über die Wirsamkeit eines Konsumenten-Ratgebers am Beispiel des “Guide to Greener Electronics” lesen. Greenpeace nutzt diesen Ratgeber als Kampagnen-Instrument im Einsatz für umweltfreundliche Elektronik-Artikel.

Nun vermeldet Greenpeace einen weiteren großen Erfolg: Ein neuer Computer ohne toxische Stoffe kommt aus Indien.

Ein Tochterunternehmen der Wipro Ltd, einem der führenden Outsourcing-Anbieter, die Wipro Infotech hat bereits am 28. Januar im indischen Bangalore den Start seines umweltfreundlichen “Wipro Greenware” Desktops angekündigt. Das Gerät werde komplett ohne gefährliche Chemikalien wie PVC (Polyvenylchloride) und BFR (bromierte Flammschutzmittel) hergestellt. Dadurch wird das Recycling von Computer-Schrott deutlich umweltfreundlicher. Die Entwicklung dauerte etwa zwei Jahre. Es ist das erste mal, dass so ein Gerät in Indien produziert werde, so in der Presserklärung von Wipro. Laut Greenpeace International hat Wipro bei der Produktion eines Computers ohne die gefählichsten Stoffe damit die Großen der Branche, wie Dell, Samsung und Lenovo geschlagen. Für Wipro ist es ein Meilenstein auf dem Weg zu einem ökologisch nachhaltigen Unternehmen.

Damit ist ein weiterer Schritt in einer bisher erfolgreich fokussierten Kampagne gelungen. Wir sind gespannt auf die Reaktionen der Mitbewerber. Auf der CeBIT green IT erhoffen wir uns mehr.

Der grüne Online-Campaigner.

Alltägliche Klimatipps ganz “Global Cool”

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Die Vorbereitung auf die den nächsten großen Klima-Event in diesem Jahr laufen schon. Der Termin: 29. November bis  10. Dezember, der Ort: in Mexiko. Dann soll ein “echtes” Klima-Abkommen verabschiedet werden. So ist jedenfalls nicht nur die Hoffnung der Facebook-Gruppe “100 Million Voices for a Real Climate Deal in Mexico 2010“. Dieser gehören nun schon fast 340.000 Menschen an.

Unabhängig von Ergebnissen der Klima-Diplomaten stehen Initiativen zur Klima-Rettung hoch im Kurs. Eine schöne Website mit Ideen zur CO2-Einsparung haben wir bei Global Cool gefunden. Unter dem Slogan “18 Degree of Inspiration” wird dort mit einfachen Tipps wie dem herunterdrehen der Heizung (auf 18 Grad natürlich) oder der Nutzung der öffentlichen Transportmittel für CO2 einsparende Verhaltensweisen geworben. Der Unterschied zu dem Umweltratgeber auf grauem Papier mit erhobenen Zeigefinger liegt in der Aufmachung: Global Cool eben! passend zur Zielgruppe der achtzehn Jährigen.

Global Cool wird betrieben von der Global Cool Foundation, einer Organisation mit Unterstützern wie vodafone, der City of London und Microsoft.

Die Global Cool Foundation betreibt auch noch andere Projekte. Zum Beispiel ein Programm zur Förderung von Solar-Technik in Sambia oder eine Bildungsseite rund um das Thema Klimawandel. Wenn Ihr in England wohnt, könnt Ihr die Organisation auch unterstützen, indem ihr euer altes Handy spendet – im Schnitt immerhin knapp 15 Euro wert.

Aktion: Kreativ mit Partei-Spenden umgehen

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Kreativität und Schnelligkeit sind gefragt, wenn es darum geht erfolgreiche Aktionen zu initiieren. Ein schönes Beispiel liefern gerade die Macher der Kampagnen- und Aktionsplattform Campact ab.

Nicht nur im Bundestag, wie wir im Focus-Online lesen konnten, ist eine Debatte über die “Käuflichkeit der Demokratie” entbrannt, seit bekannt werden der Millionespende an die FDP. Auch im Deutschlandfunk diskutierten in der Sendung Kontrovers heute Morgen Experten über die “Macht der Millionen”.

Campact geht inzwischen ganz pragmatisch vor und fordert seine Aktivisten auf: “Bieten Sie für den Atomausstieg!” Mit einer E-Mail an Guido Westerwelle und Horst Seehofer können Mitmacher die Adressaten auffordern am Atomausstieg festzuhalten. Dafür werden dann individuelle Spenden in Aussicht gestellt. Im vorformulierten Text sind 5 € vorgesehen. Immerhin schon über 27.000 versandte E-Mails wurden bis heute Abend auf der Website gezählt. Im Kampagnen Drehbuch stand diese Aktion bestimmt nicht. Es ist die Kunst der Kampaigner unvorhersehbare Ergeignisse zu nutzen und mit etwas Ironie – wie in diesem Fall – hat man die Sympathie sicher auf seiner Seite.

Die Aktion ist der Teil der Kampagne gegen den Austieg vom Ausstieg. Am vergangenen Donnerstag erst haben 200 Aktivisten von Campact vor dem Bundeskanzleramt dafür demonstriert.

Wilde Zeiten bei der Naturschutzjugend

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Noch eine kleine Nachlese vom Sommer.

Im vergangenen Sommer hat sich einiges in Sachen Kampagnen-Plattformen getan. Neben greenaction.de von Greenpeace startete die NAJU mit wild-will-dich.de. Die NAJU ist die Naturschutzjugend des Naturschtuzbundes NABU. Junge Menschen sind wild hat man sich dort gesagt, was liegt also näher als dass sich junge Wilde für eine wilde Umgebung einsetzen. So lautet dann auch der Titel der Kampagne: “Wildes Land Deutschland”, kurz Wi.L.D.
Es geht natürlich weniger um das Leben der Jugendlichen, sondern um das der Fledermäuse und Bäume. Der Schutz und Erhalt von Kulturlandschaften, z.B. von alten Parkanlagen in der Nachbarschaft ist das Ziel der Kampagne. Jugendliche und junge Erwachsene sollen für diese Lebensräume sensibilisiert werden und sich für deren Schutz engagieren. Das Ganze in einem Wettstreit mit Gleichgesinnten.
Uns interessiert natürlich der der Onlineaspekt: Die Wilden finden und vernetzen sich auf der Platform wild-will-dich.de und tauschen ihr Wissen in einem Naturschutz-Wiki aus. Dort finden sie auch Anregungen für ihre Aktionen und ein Punktekatalog damit die TeilnehmerInnen den Wert ihrer Aktivitäten einschätzen können.
Im Gegensatz zu anderen Plattformen wie greenaction.de oder campact.de ist wild-will-dich.de nur für dieses eine Projekt gedacht. Der Fokus ermöglicht den InitiatorInnen zielgerichtet ihr Projekt zu bewerben, was auch schon eifrig getan wurde. So zum Beispiel online auf myspace.com/wildwilldich und offline auf dem Highfield-Festival am vorletzten August-Wochenende.
Durch die zeitliche Befristung und den Kampagnen-Abschluss im Juli 2010 mit einer Preisvergabe wird ein finaler Punkt gesetzt. So sollen Kampagnen sein. Start der Kampagne war übrigens zur diesjährigen European Bat Night am 29. August.

Kampagnen zum Klimagipfel

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Das Internet wird zum zentralen Medium für NGO-Kampagnen.

Noch sitzt der Frust tief über das (Nicht)Ergebniss des Weltklimagipfels von Kopenhagen. Nicht nur die vielen AktivistInnen, die in den vergangenen Monaten für ein globales Klimaabkommen geworben haben sind enttäuscht, auch große Teile der Öffentlchkeit – glaubt man den Pressestimmen auf Eurotopics. Ob die zwei-wöchige Veranstaltung den Grundstein für eine neue Weltklimaordnung gelegt hat, wie es deutsche Regierungsmitglieder jetzt glauben machen möchten, wird sich erst noch zeigen.

Ein globales Ereigniss war der Gipfel in jedem Fall, und das ganz wesentlich Dank des Internets. Das Internet ist nicht nur Motor der Globalisierung sondern auch Medium des globalen Bürgers. Viele Millionen Klimaschutz-Stimmen der Weltbürger haben hunderte von Organisationen, Medien und Unternehmen mit Hilfe des Web2.0 in den vergangenen Monaten gesammelt. Eine beeindruckende Liste vieler aktiven Organisationen und deren Kampagnen erhält man, wenn man einen Blick auf die Liste der Twitter-Follower des Online-Magazins Wir-Klimaretter ansieht.

Die größten Stimmensammler waren beim Worlwide Fund for Nature, WWF und seinen vielen Partnern unterwegs. Unter dem Motto Vote Earth und Hopenhagen wurden so ca. sechs Millionen Stimmen organisiert. Sie wurden am 16. Dezember dem UN-Gernerasekretär Ban Ki-Moon mit einer 350 Gigabyte großen Festplatte übergeben. Hopenhagen wurde übrigens mit Partnern wie Coca-Cola, Siemens, SAP und BMW betrieben. Eine weitere Stimmensammel-Kampgne auf der Seite von Tcktcktck brachte es auf ca. 15 millionen Stimmen.  Tcktcktck besteht aus einer globalen Koalition vieler Verbände, darunter wieder der WWF, World Vision Australia und Greenpeace International, letztere mit einer schönen Animation zum basteln des eigenen Protestpaketes.

An einem bundesweiten Aktionstag startete die deutsche Sektion von Greenpeace am 5. Dezember eine andere Stimmensammel-Aktion. Auch die Greenpeace-AktivisInnen sind nicht mehr mit Kugelschreiber und grauen Papier unterwegs, aber immerhin noch mit Infoständen. Unter dem Motto “Twittern mehr Klimaschutz” haben ehrenamtliche AktivistInnen von Greenpeace kleine “Twitterbeiträge” gesammelt. Auf einer sogenannten “Twitterwall” einem großen LCD-Bildschirm,  konnten Passanten  auf dem Pariser Platz in Berlin life die Beiträge mitlesen. Das ging natürlich auch dirkt bei greenaction, der Aktionsplatform von Greenpeace. Auf diese Weise konnten nicht nur Menschen mit Twitter-Account teilnehmen. Auch Menschen, die über keinen solchen Account verfügen und gerne – wie früher am Infostand – Ihren Protest kundtun wollten, waren eingebunden. Die Greenpeace-Eherenamtlichen haben die Botschaften dann direkt am Stand in den Laptop gehackt.


Schauen wir nochmal kurz auf die Insel. Eine breite Koalition aus über 100 Organisationen hat sich in UK und Irland  formiert. Unter der sich “Stop Climate Chaos Coalition” nennenden Gemeinschaft befinden sich Organisdationen wie Christianaid, cafod, Friends of the Earth, Oxfam, Greenpeace, WWF und UNICEF. Mit dem Banner “The Wave” haben sie für den “größten Klimawandel Protestmarsch, der nach eigenen Angaben je stattgefunden hat” getrommelt. Die Protestveranstaltungen fanden am 5. Dez. u.a. in London, Dublin, Belfast und auch Glasgow statt.

Für die Veranstaltung wurde u.a. mit einer Online-Welle geworben. Auf einer eigens eingerichteten Web-Site “The Wave konnten Aktivistinnen und Symphatisantinnen Teil einer globalen Welle werden, indem sie als Einzelpersonen oder in Gruppen “Die Welle” von links nach rechts darstellten und sich dabei gefilmt haben. Die kleinen Filmchen wurden dann auf die Seite hochgeladen und konnten per Mausklick über Twitter, Facebool oder per E-Mail verteilt werden.

Mit den Aktivitäten vor und zum Weltklimagipfel muss die Bedeutung des Internets für künftige Kampagnen-Arbeit neu bestimmt werden. Waren bisher Internet-Kampagnen mehr oder weniger Anhängsel der für die “reale Welt” gedachten Kampagnen oder nur für AktivistInnen der “Digital Natives” von Bedeutung, werden sie künftig im Mittelpunkt stehen müssen. Besonders dann, wenn der Kampagnen-Anlass ein globaler wie der Weltklima-Schutz ist.

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